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Schwangerschaftsdiabetes – Ursachen, Symptome und Behandlung

Rund zwei bis vier Prozent der schwangeren Frauen in Deutschland leiden unter Schwangerschafts- bzw. Gestationsdiabetes. Diese Form der Diabetes Erkrankung tritt während einer Schwangerschaft auf und verschwindet zumeist nach der Geburt des Kindes wieder.

Typ-4-Diabetes

Der Schwangerschaftsdiabetes (auch Gestationsdiabetes oder Typ-4-Diabetes) hat zumeist hormonelle Ursachen, kann aber auch durch andere Risikofaktoren begünstigt werden. Verschiedene Symptome deuten auf einen Gestationsdiabetes hin, welcher in der Regel durch einen Gynäkologen diagnostiziert wird. Bleibt die Erkrankung unerkannt, kann dies ernste Konsequenzen für Mutter und Kind haben. Doch welche Folgen kann ein unentdeckter Schwangerschaftsdiabetes haben und wie wird er therapiert?

Die Ursachen der Gestationsdiabetes

Die Hauptursache für den Schwangerschaftsdiabetes ist die Produktion verschiedener Hormone, die schwangerschaftstypisch sind. Vor allen Dingen in der zweiten Schwangerschaftshälfte werden größere Mengen an Cortisol, Östrogen, Prolactin und Progesteron produziert. Diese Hormone sorgen dafür, dass in den Zellen des Körpers größere Energiemengen, zumeist Glukose, bereitgestellt werden. Zum Ausgleich setzt die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin frei, da die Hormone eine zunehmend höher werdende Insulinresistenz auslösen. Kann die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genug Insulin produzieren, entsteht ein Gestationsdiabetes.

Begünstigend wirken zudem Faktoren wie Übergewicht, das Alter der Mutter (30 plus), eine falsche Ernährung während der Schwangerschaft oder eine genetische Prädisposition für Diabetes.

Welche Symptome kennzeichnen eine Schwangerschaftsdiabetes?

Viele der betroffenen Frauen merken zunächst nichts von ihrer Diabetes-Erkrankung, da sie weitgehend symptomlos verläuft. Dies gilt jedenfalls für die Zeit bis zur 24. Schwangerschaftswoche. Typisch für eine Diabetes-Erkrankung sind vermehrter Durst und Harndrang, sowie eine starke Gewichtszunahme. Diese Symptome fallen bei einem Schwangerschaftsdiabetes zumeist nur recht minimal aus oder fallen aufgrund der typischen Veränderungen des Körpers in der Schwangerschaft nicht auf.

Eine Zunahme der Fruchtwassermenge und Wachstumsstörungen des ungeborenen Kindes können auch auf einen Schwangerschaftsdiabetes hindeuten. Diese Symptome können nur durch eine Ultraschall-Untersuchung des Frauenarztes festgestellt werden. Schwangere, die an dem Gestationsdiabetes erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko an Harnwegsinfektionen und Bluthochdruck zu erkranken.

Wie wird der Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert und behandelt?

Heut zu Tage ist es üblich, dass schwangere Frauen zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche routinemäßig ein Diabetes-Test (Glukosetoleranztest) durchführen. Bei Frauen mit einem erhöhten Diabetes Risiko wird dieser Test schon in einem früheren Stadium der Schwangerschaft angeordnet. Zu diesem Zweck bekommt die Schwangere in Wasser aufgelösten Zucker zu trinken und ihr Zuckerwert wird rund eine Stunde nach dem Trinken der Glucose Lösung bestimmt.

Bei der Behandlung der Schwangerschaftsdiabetes werden je nach Intensität der Erkrankung verschiedene Therapiewege verfolgt. Ist die Erkrankung nur schwach ausgeprägt, reicht in der Regel eine Ernährungsumstellung aus, um normale Blutzuckerwerte zu erhalten. Gegessen werden sollten Vollkornprodukte und fettarme Lebensmittel, wohingegen auf schnell resorbierbare Kohlenhydrate besser verzichtet werden sollte. Zudem ist es empfehlenswert, auf regelmäßige Bewegung zu achten. Hungern sollte man während der Schwangerschaft allerdings nicht, da der Embryo mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden muss. Die Patienten müssen lernen, selbstständig ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, um starken Über- oder Unterzuckerungen vorzubeugen.

Reicht eine Ernährungsumstellung allein nicht aus, müssen die betroffenen Schwangeren medikamentös behandelt werden. In Betracht kommen spezielle Tabletten mit den Wirkstoffen Metformin oder Sulfonylharnstoffe, die neuen Erkenntnissen zufolge nicht schädlich für das Ungeborene sein sollen oder eine Insulintherapie. Allerdings muss nur eine von zehn Schwangeren sich selbst Insulin spritzen. Die Insulintherapie kann individuell an die Bedürfnisse des jeweiligen Patienten angepasst werden.

Welche Konsequenzen kann ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes haben?

Schwangerschaftsdiabetes kann dazu führen, dass das Ungeborene sich langsamer entwickelt als ein normaler Fötus. Werdende Mütter mit Gestationsdiabetes erkranken häufiger an Bluthochdruck und Harnwegsinfektionen. Auch ist die Kaiserschnittrate bei Schwangeren mit Gestationsdiabetes erhöht. Noch mehr Informationen zum Thema sind auch auf socko.de erhältlich.

Bleibt der Diabetes auch nach der Geburt des Kindes bestehen?

In der Regel normalisieren sich die Blutzuckerwerte der Mütter nach der Geburt ihrer Kinder langsam wieder. Um sicher zu gehen, wird bei den Müttern einige Wochen nach der Entbindung erneut ein Zuckertest durchgeführt. Allerdings haben Frauen, die einmal unter Schwangerschaftsdiabetes gelitten haben, später ein höheres Risiko auch an Diabetes mellitus Typ-2 zu erkranken. Daher sollten diese Frauen ihren Blutzuckerspiegel auch nach der Geburt ihres Kindes im Auge behalten.

 

Hinweis:
Dies ist ein Gastbeitrag von socko.de

 

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